Was ist Gewichtheben?
Das olympische Gewichtheben - Eine Sportart mit über 100-jähriger Tradition ist auch heute immer noch modern

Das olympische Gewichtheben ist die Kraftsportart schlechthin! Bereits im vorigen Jahrhundert entwickelten sich die einzelnen Wettkampfübungen an und mit der Langhantel. Waren es zur Gründerzeit noch sogenannte Rundgewichthanteln mit festen Gewichten, so brachte später die Einführung der Scheibenhantel mit veränderbarer Gewichtsbelastung durch den Wechsel von entsprechend im Gewicht abgestuften Hantelscheiben den Durchbruch.

Zu Beginn der ersten Gewichtheberwettkämpfe gab es eine große Anzahl von speziellen Wettkampfübungen. Die unterschiedlichsten Kraftakte, wobei auch einarmige Bewegungsabläufe eingebunden waren, kennzeichneten die Wettkämpfe der Gründerjahre. Im Laufe der Weiterentwicklung kristallisierten sich dann letztendlich drei Hauptübungen mit der Langhantel heraus, welche nur noch beidarmig ausgeführt wurden bzw. noch werden:

    1. Das beidarmige Umsetzen und Drücken

    2. Das beidarmige Reissen

    3. Das beidarmige Umsetzen und Stossen

Das beidarmige Umsetzen und Drücken näherte sich immer mehr dem Stossen, ja es mutierte zu einer Variante des Schwungstossens. Gesundheitliche Bedenken durch übertriebene Hohlkreuzlagen, das Problem einer gerechten Bewertung der Übung durch die Kampfgerichte und die Länge der Gewichtheberkämpfe führten 1972 nach den Olympischen Spielen dazu, dass der olympische Dreikampf zum olympischen Zweikampf umgewandelt wurde.

Somit gibt es im Wettkampfgeschehen nur noch das Reissen und das Stossen sowie die Zweikampfwertung der besten Ergebnisse in diesen beiden Disziplinen. Die Zweikampfwertung trägt auch die Bezeichnung OLYMPISCHER ZWEIKAMPF, da nur sie bei Olympischen Spielen zum Tragen kommt.

Bei allen anderen Meisterschaften werden beide Disziplinen sowie das Zweikampfergebnis getrennt gewertet. Diese beiden Wettkampfübungen fordern den gesamten Körper des Athleten, wobei im Training noch eine nicht unbedeutsame Anzahl von speziellen Zusatz- und Aufbauübungen hinzukommt.

Anfangs gab es hier noch zwei Grundtechniken, um die Langhantel in einem Zug auf die gestreckten Arme zu reissen oder um sie auf die Brust umzusetzen. Da gibt es einmal die sogenannte Ausfallschritt-Technik, bei der man die Beine blitzartig nach vorne und hinten versetzt, und die Hocketechnik, bei der man blitzschnell unter das Gewicht in die Hockposition springt. Da die Hocketechnik die besseren Resultate erbrachte und erbringt, stirbt die somit uneffektive Ausfallschritt-Technik nach und nach völlig aus. Nur noch bei einigen Athleten der "Alten Schule", unseren Senioren, kann man sie noch auf einigen Meisterschaften bewundern. Beim Ausstoßen der Langhantel von der Brust auf die gestreckten Arme hat sich hingegen die Ausfalltechnik bis heute als die optimale Technik erhalten und durchgesetzt.

Gewichtheben — was ist das nun eigentlich?

Es handelt sich hier um eine Sportart, bei der nicht nur der Kraftanteil eine wesentliche Rolle spielt. Gerade die ausgefeilte Technik und eine enorme Schnellkraft spielen hier eine weitaus wichtigere Rolle. Mit brutaler Gewalt findet man gerade in dieser technisch hochkomplexen Sportart sehr rasch seine Grenzen. Das Erlernen der technischen Bewegungsabläufe und der Schnellkraftentfaltung erfordert ein jahrelanges Training, bevor man von einem Meister dieser Sportart sprechen kann.

Nur unter der fachlichen Anleitung durch unsere Trainer und Übungsleiter, aber auch durch Hilfestellungen erfolgreicher Gewichtheber in unserem Verein, kann man diese technisch anspruchsvolle Sportart bis zur Perfektion erlernen. Gerade zu Beginn der einzelnen Übungsstunden wird man erstaunt sein, dass den sogenannten Kraftkomponenten eine nur untergeordnete Rolle zukommt. Der Schwerpunkt liegt erst einmal in einer gezielten Entwicklung und Verbesserung der Beweglichkeit in allen Gelenken sowie im Erlernen eines guten Gleichgewichtsgefühls. Das Erlernen und Anwenden einer ausgesprochen hohen Grundschnellkraft ist ein weiterer Eckpfeiler im Training der ersten Übungsstunden und wird den Athleten sportartspezifisch prägen. Hierbei überprüft der Trainer erst einmal durch entsprechend ausgerichtete Übungen und Bewegungsabläufe die Grundveranlagungen des Interessenten.

Bis die besonderen Techniken und Bewegungsmuster dieser Sportart einigermassen sitzen, kann durchaus ein halbes Jahr ins Land ziehen. Hat man aber erst einmal das notwendige Rüstzeug gelernt, dann lässt einen das Eisen so schnell nicht mehr los! Die Freude an der stetigen Verbesserung und Leistungssteigerung erzeugt ein sagenhaftes Gefühl von Zufriedenheit und Harmonie beim Lernenden. In aller Ruhe wird sich der Körper an die geforderten Bewegungsabläufe und Belastungsanforderungen anpassen. Die technischen Bewegungsabläufe verbessern sich ständig und man ist oft erstaunt, zu welchen Leistungen der Körper fähig ist.

Das olympische Gewichtheben ist gerade für Jugendliche die ideale Sportart, da der gesamte Organismus gekräftigt und die Beweglichkeit enorm geschult wird. Auch die innere Ruhe und Ausgeglichenheit sowie das Durchhaltevermögen werden durch diese Sportart erstklassig geschult und geprägt. Bedenken, dass es bei dieser Sportart zu Rückenverletzungen kommen könnte, sind völlig fehl am Platz, da eine ärztliche Voruntersuchung sowie das fachliche Training Verletzungen im Rückenbereich völlig ausschliessen. Der jugendliche Organismus kann sich am besten an die komplexen Bewegungsabläufe anpassen, so dass nach wenigen Jahren bereits grosse Erfolge auf den entsprechenden Meisterschaften das harte Training belohnen. Wettkämpfe gibt es im olympischen Gewichtheben bereits für Schüler ab 10 Jahren. In den Jugendklassen geht es dann weiter über die Juniorenklassen zu der Aktivenklasse. Die Seniorenklassen, von 35 bis über 60 Lebensjahre, bieten dann sogar noch den "Reiferen" unter den Athleten und Athletinnen die heißgeliebten Wettkämpfe.

Sie haben richtig gelesen! Auch das weibliche Geschlecht betreibt seit einigen Jahre mit wachsender Begeisterung erfolgreich diesen Sport. Nun, meine Damen, Sie brauchen keine Angst davor zu haben, dass Sie dann bald wie ein Muskelprotz aussehen werden! Wie bereits gesagt, spielt die Kraftkomponente und damit letztendlich die Muskelmasse nur eine untergeordnete Rolle bei dieser Sportart. Die Bewegungsabläufe des Gewichthebens kommen gerade der weiblichen Anatomie sehr entgegen und sorgen für einen gesunden Bewegungsapparat. Die Höhepunkte der weit fortgeschrittenen Wettkämpfer sind hier selbstverständlich die OLYMPISCHEN SPIELE und die internationalen Begegnungen wie Europa- und Weltmeisterschaften sowie eine stetig wachsende Anzahl von internationalen Turnieren.

Eigentlich kann jeder das olympische Gewichtheben unter der gezielten Anleitung unserer Trainer und Übungsleiter erfolgreich erlernen. Die Sportausrüstung für das Gewichtheben beschränkt sich auf ein Paar Gewichtheberschuhe sowie ein Wettkampftrikot und vielleicht ein spezieller Gewichthebergürtel, wenn der Weg als Leistungssportler eingeschlagen werden soll.

Nicht nur als Wettkampf- bzw. Leistungssport bietet sich das Gewichtheben an. Die erstklassige motorische Schulung sowie ein gezielter Kraftaufbau in praktisch allen Körperregionen empfehlen gerade diese Sportart als hochinteressante und gesunde Freizeitbeschäftigung. Sollte der persönliche Leistungsstand das Interesse an einer kleinen Wettkampfteilnahme wecken, so findet der Interessent entsprechende Newcomermeisterschaften und Bezirksmeisterschaften, wo er einmal Wettkampfluft schnuppern kann. Bei vielen Newcomern muss der Trainer bereits nach wenigen Wochen den Übereifer ein wenig bremsen, da gerade bei dieser Sportart der Trainingsspaß sowie das Entdecken des eigenen Körpers mit all seinen herrlichen Fähigkeiten das Beenden der Trainingseinheit nicht leicht machen.

Für die ersten Monate reichen zwei bis maximal drei Trainingseinheiten pro Woche völlig aus. Sollte sich ein Interesse an der wettkampfmässigen Ausübung dieser Sportart einstellen, so wird die Anzahl der Trainingseinheiten bis auf fünf pro Woche ansteigen, um bei großen Meisterschaften erfolgreich mitmischen zu können. Die Teilnahme an Meisterschaften ist völlig freigestellt und eine stetig wachsende Schar von Kraftsportbegeisterten trainiert seit Jahren nur zweimal wöchentlich mit erstklassigen Erfolgen gegen Haltungsschäden und Alltagsstress.

Damit Sie sich ein Bild von den beiden Wettkampfdisziplinen machen können, finden Sie auf den kommenden Seiten kurze Abhandlungen über die einzelnen Bewegungsabschnitte der Gewichtheberübungen. Lesen Sie sich diese Seiten einmal in aller Ruhe durch und nehmen Sie dabei die eingefügten Zeichnungen als eine Einstiegserleichterung in diese interessante und schöne sportliche Betätigung zur Hilfe.

Wir beginnen den olympischen Zweikampf, wie auch im Wettkampf, mit dem Bewegungsablauf des technischen Reissens. Danach folgen die Erläuterungen zum Stossen. Zürst sehen Sie die Abhandlungen, welche Ihnen das Umsetzen erklären, anschliessend folgt dann das Ausstossen der Langhantel von der Brust. Als Grundtechnik wird beim Reissen und beim Umsetzen die Hocketechnik gezeigt. Das Ausstoßen der Langhantel von der Brust wird mit der üblichen Ausfallschritt-Technik erklärt.

Sollten Sie am Ende dieser kurzen Abhandlungen auf den Geschmack gekommen sein, und wünschen Sie weitere Informationen?

Dann wenden Sie sich einfach an die Trainer.

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