Die Techniken

Das beidarmige Reissen

Kinematik mit Kurzabhandlung der wichtigsten Bewegungsphasen
der ersten Wettkampfdisziplin des olympischen Zweikampfes
Kinematik mit Kurzabhandlung der wichtigsten Bewegungsphasen der ersten Wettkampfdisziplin des olympischen Zweikampfes

Phase 1: Der Athlet hat die Ausgangsposition zur Einleitung der ersten Zugphase eingenommen. Zuvor ergriff er die Hantelstange mit einer weiten Griffposition, verlagerte seinen Oberkörper leicht über der Hantelstange und richtet seinen Blick schräg nach vorn. Nun atmet der Athlet flach ein und baut dabei die notwendige Vorspannung in seiner Rumpf- und Beinmuskulatur auf. Hierbei beginnt er bereits, sich voll zu konzentrieren, damit er sogleich nahtlos auf Phase 2 überleiten kann.

Phase 2: Der Athlet beginnt nun mit dem Strecken der Beine. Hierbei hält er seinen Rücken absolut fest in einer leichten Hohlkreuzposition. Damit übernimmt die Oberschenkelmuskulatur in dieser sogenannten ersten Zugphase die Hauptaufgabe der Bewegungserzeugung, wobei die Rückenmuskulatur den Rumpf isometrisch in einer aufrechten Haltung fixiert. Mit der nun zunehmenden Streckung seiner Beine zieht er die Hantel bis in den Bereich seiner Kniegelenke, um nahtlos in die Phase 3 überzuleiten.

Phase 3: Die Hantelstange befindet sich jetzt im Bereich der Knie des Athleten. Nun leitet er die sogenannte Umschaltphase für den zweiten Zug ein. Bedingt durch die bisher geleistete Vorarbeit in der ersten Zugphase hat sich die Anspannung in den geforderten Muskelgruppen auf einen Maximalwert erhöht. Auf der Abbildung der Phase 3 kann man sehr gut erkennen, dass die nun vorhandenen Hebel in den Knie- und Hüftgelenken optimale Voraussetzungen für das explosive Einleiten der zweiten Zugphase bieten.

Phase 4: Durch das explosive Strecken der Rumpf- und Beinmuskulatur beschleunigt der Athlet die Hantel jetzt weiter in Brusthöhe. Dabei kommt es zur völligen Streckung in den Kniegelenken und, die Schultermuskulatur beschleunigt das Gewicht durch ihren kraftvollen Einsatz weiter nach oben.

Phase 5: Im allerletzten Moment steht der Athlet praktisch mit voll ausgestreckten Rumpf. In diesem Moment befindet sich die Hantelstange etwa in der Höhe der Brustwarzen des Athleten. Gerade die zweite Zugphase erfordert eine enorm hohe Schnellkraftentwicklung, da die Hantelstange auf bis zu zwei Meter pro Sekunde in der vertikalen Achse beschleunigt wird. Bedingt durch die Massenträgheit, bewegt sich die Hantel nun noch etwas weiter nach oben.

Phase 6/7: Jetzt erst werden die Arme gebeugt, und der Athlet springt unter die Hantel. Dabei lösen sich die Füße zu einem kurzem seitlichen Sprung, während durch aktiven Armzug (Umgruppieren) das Kö;rpersenken unterstützt wird.

Phase 8: Durch ein kraftvolles Durchdrücken der Ellenbogengelenke, Fixierarbeiten in der Rücken- und Schultermuskulatur und leichten Verlagerungen im Hüftbereich sitzt der Athlet letztendlich stabil in der tiefen Hocke und hält die Hantelstange fest und sicher auf seinen gestreckten Armen. Damit kann er das Aufstehen aus der Hockphase einleiten.

Phase 9: Durch einen kraftvollen Einsatz seiner Oberschenkelmuskulatur richtet sich der Athlet nun auf. Unter Mitarbeit der gesamten Rumpf- Schulter und Armmuskulatur hält er das Gewicht in einer festen Gleichgewichtsposition über seinen Kopf. Zu guter Letzt setzt der Athlet seine Füße zusammen - und wartet auf das Signal des Kampfrichters zum Ablegen der Hantel.

 

Das beidarmige Umsetzen

Kurze Abhandlung der einzelnen Schwerpunkte anhand der Kinematik
dieser ersten Teilbung der zweiten Wettkampfdisziplin, dem Stoen
Kurze Abhandlung der einzelnen Schwerpunkte anhand der Kinematik dieser ersten Teilübung der zweiten Wettkampfdisziplin, dem Stoßen

Phase 1: Der Athlet hat hier bereits die Ausgangsposition vor der Langhantel eingenommen. Da er bei dieser Übung die Hantel mit einer engeren Griffposition erfaßt, braucht er hierbei nicht so tief in die Hocke herabgehen, wie es beim Reißen der Fall war. Bedingt durch diese günstigere Ausgangsposition kann der Athlet natürlich auch eine merklich höhere Kraft in seinen Beinmuskeln entwickeln. Nachdem der Athlet auch hier eine stabile Position mit einer aufrechten Rückenhaltung eingenommen hat, atmet er ebenfalls flach ein und baut dabei die notwendige Konzentration und Vorspannung im Organismus auf. Somit beginnt er mit der Überleitung auf Phase 2.

Phase 2: Der Athlet leitet auch bei dieser Übung den Bewegungsablauf durch ein kraftvolles Strecken der Beinmuskulatur ein. Auch hier muß der Rücken gerade und aufrecht gehalten werden, und der Blick sollte, wie es bereits beim Reißen erläutert wurde, schräg nach vorn gerichtet sein. Die Oberschenkelmuskeln übernehmen die Hauptaufgaben der Bewegungseinleitung, wobei die Rückenmuskeln den Rumpf fixieren. Auf diese Art und Weise zieht der Athlet das Gewicht bis zur Höhe seiner Kniegelenke, um übergangslos auf Phase 3 überzuleiten.

Phase 3: Hier befindet sich die Hantelstange bereits in Kniehöhe. Nun setzt die Umschaltphase für den zweiten Zug ein. Auch hier hat jetzt der Anspannungsgrad in der Bein- und Rumpfmuskulatur seinen Maximalwert erreicht. Die Position der Winkel in den Knie- und Hüftgelenken bietet eine optimale Voraussetzung für den zweiten Zug. Durch das explosive Strecken der Beine und des Rückens wird die Hantel in Richtung Hüfte beschleunigt.

Phase 4/5: Durch das explosive Strecken seiner Knie- und Fußgelenke sowie durch ein blitzartiges Heranziehen der Schultern in Richtung Kopf steigert der Athlet die Geschwindigkeit der Hantel auf bis zu 1,5 m/sec. in der vertikalen Achse. Ähnlich wie beim Reißen kann er sich nun durch die sich noch immer in der Aufwärtsrichtung befindlichen Hantel (Massenträgheit) vom Gewicht lösen und somit die Körpersenkphase einleiten.+

Phase 6/7: Der Athlet leitet nun durch aktives Körpersenken den Sprung in die tiefe Hockposition ein. Mit dem Abtauchen beginnt der Athlet nun gleichzeitig seine Arme im Schultergelenk nach vorne unter die Hantelstange zu drehen (Umgruppieren der Arme). Dieser Bewegungsablauf in den Armen muß sehr schnell erfolgen, damit die Hantelstange rechtzeitig vor dem Erreichen der tiefsten Sitzposition in der Hocke sicher auf Schlüsselbeinbereich bzw. den Schultern abgefangen werden kann.

Phase 8: Hier hat der Athlet die tiefste Position in der Hockephase erreicht. Mit seinen Händen fixiert er die Hantelstange sicher auf seinem Schultergürtel. Mit seinen Rumpf- und Beinmuskeln stabilisiert er die Lage der Hantel, um das Aufstehen aus der Hocke einzuleiten.

Phase 9/10: Durch das kraftvolle und kontrollierte Einsetzen der Oberschenkelmuskulatur richtet der Athlet sich nun auf. Die weiteren Muskelgruppen wie Rücken-, Schultergürtel-, Rumpf- und Armmuskeln halten dabei die Hantel in einer stabilen Lage auf der Brust. Nun kann der Athlet seine Füße in eine optimale Ausgangsposition für das Ausstoßen zurechtstellen. Damit leitet er das Ausstoßen auf die gestreckten Arme ein.

Das beidarmige Ausstoßen

Die Kinematik der zweiten Teilübung der Wettkampfdisziplin Stoßen
Die Kinematik der zweiten Teilübung der Wettkampfdisziplin Stoßen

Phase 1: Nachdem der Athlet das Gewicht erfolgreich umgesetzt hat, drückt er seine Arme noch etwas weiter nach vorne unter das Gewicht und leitet das Abstoßen von der Brust ein. Der Athlet atmet tief und fest ein, spannt seine Rumpf- und Beinmuskulatur voll an (durchgedrückte Knie, aufrechte Körperhaltung) und baut dabei die notwendige Konzentration für die nun folgende Einleitungsphase des Abstoßes auf.

Phase 2: Der Athlet beugt nun seine Beine äußerst kontrolliert. Bei dieser Abwärtsbewegung baut er eine maximale Vorspannung in seinen Oberschenkeln auf. Dabei darf er nicht zu tief in die Hocke gehen, da die Oberschenkelmuskeln bei einen Winkel von 115 bis 135 Grad in den Kniegelenken ihre größte Kraft entfalten können. Beim Abtauchen muß die Hantelstange fest und sicher auf dem Schultergürtel bzw. der Brust fixiert werden, damit sich der kraftvolle Einsatz der Oberschenkelmuskulatur in der nun folgenden Streckphase optimal auf die Hantel übertragen kann.

Phase 3: Mit einer kraftvollen und betont schnellen Streckung der Beine und dem Erheben auf die Zehenspitzen bringt der Athlet die Hantel in eine vertikale Aufwärtsbewegung. Nach kurzer Zeit verläßt nun die Hantel die Brust des Athleten und bewegt sich durch ihre Massenträgheit weiter nach oben.

Phase 4/5: Die Hantelstange befindet sich nun etwa in der Stirnhöhe des Athleten. Mit kraftvollen Einsatz seiner Arme „drückt“ er sich nun unter das Gewicht. Dabei setzt er blitzartig seine Füße auseinander, wobei er sein stärkeres Bein nach vorne, das andere nach hinten setzt. Dabei sollten beide Beine gleichzeitig verlagert werden, damit es nicht zu einem unerwünschten „Doppelsprung“ kommt. Beim Abtauchen - Abdrücken von der Hantelstange - drückt der Athlet seine Ellenbogengelenke völlig durch, damit das Gewicht sicher auf den gestreckten Armen fixiert werden kann. Mit seinen Rumpf- und Beinmuskeln kann er eventuell notwendige Gleichgewichtskorrekturen ausführen.

Phase 6: Der Athlet fixiert nun die Hantel sicher über sich und leitet nun das Aufstehen aus der Ausfallschrittstellung ein. Zuerst drückt er sein nach vorne gesetztes Bein im Kniegelenk durch und verlagert dabei den Schwerpunkt auf das hintere Bein. Nun zieht er sein vorderes Bein zu sich heran. Anschließend verlagert er den Schwerpunkt auf sein vorderes Bein und zieht dann das hintere Bein heran. Jetzt steht der Athlet in der Endstellung und wartet auf das Signal des Kampfrichters zum Herablassen der Hantel.

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